Q and A, Fragen und Antworten aus der Mamahilfe Umfrage im Juli, Mamhilfe unterwegs Blog ©Mamahilfe Odenwald
Mamahilfe unterwegs

Fragen & Antworten aus der Umfrage – Teil 1

Im Juli 2022 startete ich eine Umfrage, zum Bedarf und zur Bekanntheit der Mamahilfe im Odenwald und an der Bergstraße. Herzlichen Dank für die rege Teilnahme bis jetzt. Die Umfrage ist anonym und dauert weniger als 5 Minuten. Noch bis Ende September, ist die Umfrage geöffnet. Spezielle und individuelle Fragen beantworte ich dir gerne persönlich, wenn du mir deine Email Adresse in der Umfrage hinterlässt. Für alle anderen anonymen Fragen oder Anregungen, gibt es hier im Blog eine Zusammenfassung. Vielleicht finden auch andere Leser bereits Antworten… Danke!

Anonyme Frage: Wie kann ich die Mamahilfe/Haushaltshilfe beantragen?

Susanne: Den Antrag auf Mamahilfe / Haushaltshilfe, stellt jede Mutter/ Familie selbst bei ihrer Krankenkasse. Auf dem Formular sollte die Diagnose von Arzt oder Hebamme, die dadurch entstandenen Beeinträchtigungen sowie der geplante Zeitraum und die Stunden angegeben werden, für die die Haushaltshilfe beantragt wird. Du musst bei Inanspruchnahme der Haushaltshilfe nachweisen bzw. im Antrag bestätigen, dass kein anderes im Haushalt lebendes Familienmitglied die Haushaltsaufgaben bzw. die Versorgung der Kinder übernehmen kann.

Als Mutter hast du Anspruch auf Haushaltshilfe, wenn du beispielsweise schon während der Schwangerschaft, Komplikationen hast. Und auch nach der Geburt, kommt die Gewährung der Haushaltshilfe nach §24 SGB V solange in Betracht, wie du als Wöchnerin durch die Entbindung bzw. deren Folgen noch geschwächt bist. Als Anhaltspunkt dienen vorerst 6 Tage nach der Geburt. Diese Bescheinigungen stellen dir Hebammen aus.

Geht die Beeinträchtigung über die 6 Tage hinaus, hast du Anspruch auf Haushaltshilfe nach §38 SGB V. Jetzt muss eine Erkrankung vorliegen und ein Arzt die Überlastung/Erkrankung feststellen und eine Haushaltshilfe verordnen. z.B. Beckenbodenschwäche, Mastitis, psychische Belastungen

Dein Anspruch auf Haushaltshilfe gilt in allen Fällen, wenn du selbst und kein im Haushalt lebender Angehöriger den Haushalt führen kann. Sowie mindestens ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit Pflegemehraufwand versorgt werden muss.

>>>Hier findest du einen kleinen Leitfaden>>>

Anonyme Frage: Wie kann ich die Mamahilfe/Haushaltshilfe finanzieren?

Susanne: Grundsätzlich, kannst du eine Mamahilfe / Haushaltshilfe, über deine Krankenkasse oder privat finanzieren.

Die Hilfe durch eine von der Krankenkasse finanzierte Mamahilfe / Haushaltshilfe kann nicht nur bei Komplikationen in der Schwangerschaft und nach der Geburt in Anspruch genommen werden, sondern auch wenn andere medizinische Gründe vorliegen. Wenn dir beispielsweise durch einen Beinbruch oder eine andere medizinische und Reha Maßnahme, die Weiterführung des Haushalts und die Versorgung von Kindern unter zwölf Jahren oder mit erhöhten Pflege- oder Betreuungsbedarf nicht möglich ist. In einem solchen Fall, also bei Krankheit oder nach Unfällen, musst du als Versicherte eine Zuzahlung zur Haushaltshilfe leisten. 

Diese Zuzahlung entfällt aber, wenn die Mamahilfe / Haushaltshilfe im Kontext Schwangerschaft und Geburt notwendig ist.

Zudem gibt es noch die Möglichkeit, dir einen Mamahilfe Gutschein schenken zu lassen von Familie oder Freunden. Meines Erachtens ist ein Geschenk, was wirkliche Unterstützung und Hilfe anbietet in belastenden Situationen, die bessere Wahl, als der 20ste Strampler oder Spielzeug 🙂

Und zu guter Letzt, hat das „Mütter für Mütter Netzwerk“ einen Spendentopf, über den Mamas in Notsituationen ganz unbürokratisch und schnell Entlastung im Alltag erhalten können.

Anonyme Anregung – ein Dorf aufbauen……Austausch Gruppen ohne Bezahlung auch mit älteren Kindern, nicht nur Stillcafe von der AWO z.B. dann Hilfen und Verweise auch expliziter Angebote im ODW bei Bedarf. Bin selbst Pädagogin und Mama und würde mir so einen Ort für alle wünschen. Wäre eine Chance ein Dorf aufbauen zu können.

Susanne: „Ein Kind zu erziehen, braucht es ein ganzes Dorf“ – lautet ein sehr bekanntes Sprichwort.
Leider ist das heutzutage nicht mehr der Fall. Und es sind in erster Linie die Mütter, die den größten Teil der Familienarbeit leisten und damit oft auf sich allein gestellt sind. 

Das Mütter für Mütter Netzwerk, ist mit dieser großen Vision gegründet worden – Mamas untereinander zu verbinden und zu bestärken. Dafür bieten Mamahilfen schon in einigen Gegenden die „Mama Inseln“ an. Unabhängig vom Alter der Kinder. Mit dem Projekt „Mamahilfe“ wollen wir jeder Mama bei Krankheit oder Überforderung schnell und unkompliziert tatkräftige Alltagsentlastung ermöglichen. Momentan ist dafür (noch) Finanzierung notwendig, weil jeder Ausgaben hat.

Im Laufe meines Mutter Seins, bin ich in einigen Netzwerk- und Gemeinschaftsprojekten aktiv und auch passiv beteiligt. Meiner Wahrnehmung nach, darf sich für die „Vision des Dorfes“ das Bewusstsein der Menschen (noch) soweit verändern, dass wir eben nicht nach Finanzierung oder Ausgleich fragen, sondern es für die Gemeinschaft – für ein Neues Miteinander – tun.

Momentan sehe ich eine solche Bewegung auch nur bedingt in Projekten wie H.e.l.f.a. , Mütter der neuen Zeit, Nebenan oder Nachbarschaftshilfe, wobei hier ebenfalls Gelder fließen. Und wenn dies nur für Aufwandsentschädigungen, Fahrtkosten oder dergleichen entsteht. Auch Spenden oder die Finanzierung aus Landkreis, Kommunen und Gemeinden für Beratungen, sind Gelder. Mal ganz abgesehen davon, welche gewerblichen Zwecke und Absichten, wirklich hinter der ganzen Netzwerk Bewegung stehen. Darum…

Welches Projekt, welcher Mensch oder welche gemeinnützige oder neuzeitliche Bewegung, kann sich heute wirklich frei von Geld machen?

Die „Vision des Dorfes“ entsteht durch viele kleine Schritte, die wir vorher gehen und Erfahrungen machen, uns ausprobieren und gegenseitig wirklich sehen in unserer Einzigartigkeit und wertschätzen. Und vielleicht ist dafür irgendwann kein Geld mehr nötig. Es ist allerdings unabdingbar sich immer wieder zu reflektieren:

Was kann ich selbst beitragen, damit dieses Dorf entstehen kann?

Was kann ich selbst beitragen oder organisieren, dass es Austausch Gruppen gibt – auch für Mütter mit älteren Kindern?

Bin ich wirklich bereit, (unentgeltlich) im Austausch zu sein, Hilfe anzubieten und Informationen zu teilen?

Für das Sammeln von expliziten Angeboten und Anbietern, braucht es Zeit und eine zentrale Anlaufstelle. Hier sehe ich die Stadt Michelstadt mittlerweile sehr gut organisiert. Das aktive Ferien Programm, könnte sicherlich um solche Austauschgruppen, – wie du sie meinst – ergänzt werden. Und natürlich außerhalb der Ferienzeiten Angebote hervorbringen. Viel Erfolg!

Mein Umfrage Fazit im Juli

Dementsprechend ist der Erfolg dieser Umfrage essentiell abhängig, inwieweit Mütter/ Frauen/ Interessierte/ ErzieherInnen/Institutionen und Einrichtungen, überhaupt bereit sind, den Link zur Umfrage zu teilen oder Andere über die Mamahilfe zu informieren. Auch wenn sie selbst nicht Betroffen sind oder Betroffene gar nicht (er)kennen. Außerdem zeigt sich, ob Menschen bereit sind, die kleinen Schritte zu gehen, ….

Nachdem ich ziemlich spontan die Idee mit der Umfrage hatte und trotz kaputten PC alles zum Laufen brachte, kontaktierte ich als erstes alle Mütter, die ich kannte und die mir bei meiner Umfrage helfen konnten. Zudem stellte ich mich trotz der Sommerferien in Einrichtungen vor, kontaktierte die ersten Kindergärten und Schulen im Umkreis und verteilte Plakate, Flyer und Handzettel, an Unterstützer. Mir war anfangs noch nicht klar, welcher Zeitaufwand diese Umfrage wirklich kostet. Darum werde ich es im August langsamer angehen.

Du hast noch nicht an der Umfrage teilgenommen?

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