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Mental Load – Sorgearbeit

Von Mutter zu Mutter: Kennst du solche Aussagen wie: „Warum hast du mich denn nicht gefragt? Dann hätte ich dir geholfen.“ oder „Warum warst du nicht einkaufen? Du bist doch den ganzen Tag Zuhause?“

Mental Load bezeichnet im deutschen Sprachraum vorrangig die Belastung, die durch das Organisieren von Alltagsaufgaben entsteht, die gemeinhin als nicht der Rede wert erachtet werden und somit weitgehend unsichtbar sind.

Im Grunde sagt der Begriff nichts anderes als dass es neben den sichtbaren Aufgaben im Alltagsleben sehr, sehr viele unsichtbare Aufgaben gibt, die nie explizit genannt werden, dennoch alle so nebenher identifiziert, bedacht, geplant und dann erledigt werden.

Diese Aufgaben bringen nochmal ein sehr hohes Eigengewicht in die Gesamtsumme aller Aufgaben, die man offensichtlicherweise zu erledigen hat, damit das Leben (u.a. auch mit Kindern) so richtig wuppt.

Der Begriff Sorgearbeit bringt es auf den Punkt: Das ist die Arbeit, die vor allem Frauen ausführen, ohne dafür bezahlt zu werden: Haushalt, Kinderbetreuung, Elternpflege, Freunden helfen. Hausarbeit in Deutschland wird immer noch zu 72 Prozent von Frauen übernommen, bei der Kinderbetreuung liegt die Leistung der Frauen sogar bei 88 Prozent. Das ist der aktuelle Stand der sogenannten Sorgearbeit – ohne Bezahlung, nix für die Rente. Aber jetzt wird es noch knackiger!

Familienmanagement: Sorgearbeit plus vorher planen

Es ist nicht nur das Erledigen dieser vielen Aufgaben, die beim Managen vom Familienleben anfallen. Es gibt auch das Dran-Denken. Das sogenannte Mental Load. Ohne dieses Vorplanen funktioniert in einer Familie gar nichts, führt aber bei betroffenen Frauen häufig zu psychischer Überlastung. Mental Load wurde durch einen gleichnamigen Comic aus dem Jahre 2017 von der französischen Illustratorin Emma bekannt. Der Moment der Erkenntnis kam der Illustratorin als sie bei einem befreundeten Elternpaar zum Essen war.

Sie beobachtete die Gastgeberin dabei, wie sie die Kinder überredete zu essen und gleichzeitig für den Gast kochte. Als einer der Töpfe überkochte, sagte der Mann: „Warum hast du mich denn nicht gefragt? Dann hätte ich dir geholfen.“ Da kochte auch bei der Illustratorin Emma der Topf über. Denn nicht nur, dass der Mann sich nicht zuständig gefühlt hatte für die Kinder, das Essen, den Gast, den Topf. Er verlangte von ihr auch noch die Aufforderung zur Hilfe.

Mental Load ist unsichtbare und anstrengende Arbeit

Mental Load ist im Grunde unsichtbare Arbeit, denn die Küche wird nicht sauber, wenn ich nicht dran gedacht habe, dass das Putzmittel leer ist und gekauft werden muss. Ach ja und Isabella hat eine Geburtstagseinladung und Geburtstagskind Emma mag ein besonderes Buch. Für Jakob muss ein neuer Logopäde gesucht werden, morgen ist Klassenfest mit Picknick und Max braucht noch eine neue Badehose. Könnte das der Vater erledigen? 

Eine Freundin hat drei Kinder von zwei Vätern. Wenn sie dem einen eine Aufgabe gibt, zum Beispiel, dass er die Tochter zu einem Geburtstag bringen soll, dann sucht sie den Weg raus, gibt ihm Geld und das Geschenk – und dann ruft er an und sagt, dass der Bus gerade weg ist. Wenn das Kind abgeliefert ist, schreibt er ihr, dass das Kind abgeliefert ist. Als wäre sie die Auftraggeberin und so verhält sie sich auch, denn anders klappt es leider nicht. Der andere Kindsvater übernimmt die Hälfte und tut oft so viel von alleine, dass manchmal alles doppelt und dreifach im Haus ist und wiederum bestimmte Dinge ganz fehlen.

Jeder der in einer Gemeinschaft lebt, sollte Verantwortung übernehmen

Wochenpläne, Hausorganisation und Familienalltagsarbeit ist Teil der Mamahilfe Ausbildung, des „Mütter für Mütter“ Netzwerk. Du reflektierst deine Aufgaben in deiner Familie, lernst deine Familienmitglieder miteinzubeziehen und dir selbst Freiräume zu schaffen, um dich zu erholen und deine Kraftreserven wieder aufzufüllen.

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Termine 2022

  • 29. Januar – 09. April (online – ausgebucht)
  • 03. Mai – 19. Juli (online)
  • 22. September – 01. Dezember (online)

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