Unterstützung im Wochenbett, Haushaltshilfe, Mamahilfe unterwegs, Blog ©Mamahilfe Odenwald
Mamahilfe unterwegs

Sinnvolle Unterstützung im Wochenbett

Heute nehme ich dich gedanklich mit in das Wochenbett und möchte dir aufzeigen, welche Hilfe wirklich sinnvoll ist. Da es für das Wochenbett sicherlich die unterschiedlichsten Versionen gibt, wie Eltern auf dieser Erde, sehe es mir nach, dass ich dieses Thema grob betrachte. Es spielt natürlich auch eine große Rolle, ob die Mutter alleinerziehend oder mit Partner und/oder Familie zur Unterstützung da ist. Während die einen schon fit und erfahren durch mehrere Geburten ihr Wochenbett wuppen, sind andere eher besorgt und angespannt. Außerdem spielt es immer eine Rolle, in welcher seelischen Verfassung sich die Mutter befindet und wie sie bereits die Schwangerschaft(en) erlebt hat.

Das Wochenbett ist natürlicherweise dafür gedacht, dass die Mutter, ihr Neugeborenes und der Vater, viel gemeinsame Zeit erleben, um sich als Familie neu zu finden und zu feiern – jeder irgendwie für sich und doch gemeinsam. Es beginnt für alle, ein neuer Lebensabschnitt. Die Mutter und das Baby, haben dabei andere Bedürfnisse, als vielleicht der Vater.

Außerdem schrumpft in diesen (deutschen) Breitengraden, die Wochenbettkultur auf minimalistische Verhältnisse an, in der sich die Mutter ihr eigenes unterstützendes Umfeld aufbauen muss. Und ich schreibe bewusst „schrumpfen“, weil es hier auch mal anders „gang und gäbe“ war. Wenn du dich nämlich in der Wochenbett-Welt umsiehst, werden Mütter und ihr Neugeborenes in den ersten Wochen gefeiert, gehegt und gepflegt. Die Mutter kann sich erholen und bekommt alle Ruhe und Sinne, die sie braucht. Sie genießt das Netz der Gemeinschaft, auf allen Ebenen.

Aufgrund des Wandels in der Wochenbett Kultur und der zerbröselnden (Familien-)Gemeinschaft, müssen Mütter neue Wege gehen. Manchmal auch allein. Hier möchte ich Wege aufzeigen, dass du als Mutter nicht Opfer deiner Umstände bist, sondern sehr gut auch Herrin der Lage sein kannst.

In den ersten Tagen nach der Entbindung, kommt die Hebamme noch täglich (wenn du eine hast). Zusätzlich können aber auch Stillberaterinnen und Trageberaterinnen, deine Fragen in diesen Themen klären. Weil es zunehmend weniger Hebammen gibt, kannst du auch mit einem Online Angebot oder einer telefonischen Hebammen Sprechstunde gut versorgt sein.

Unterstützung aus der Familie

Wie dir deine Familie am besten helfen kann, solltest du natürlich im Vorfeld klären. Vielleicht kann euch jemand bekochen im Wechsel oder zweimal in der Woche etwas waschen. Wenn du nicht selbst schon einen kleinen Vorrat angelegt hast, kannst du auch deine Familie zum Einkaufen schicken. Je nachdem, ob es bereits Geschwisterkinder gibt, solltest du sie natürlich in diesen Neufindungsprozess einbinden. Größere Geschwister, können kleine Aufgaben im Haushalt erledigen. Während vielleicht jemand mit den kleineren, mal zum Spielplatz geht.

Unterstützung von Freunden

Die besten Freunde, erweisen sich in dieser Situation entweder als Wertvoll oder eben nicht. Oft ist ein Gespräch mit ihnen sinnvoller, als mit der eigenen Familie. Aber das ist wirklich sehr verschieden. Wenn sie sich als gute Gesprächspartner eignen, bereit sind für dich einzukaufen oder mal die Wohnung zu putzen, sind sie natürlich Gold wert. Auf jeden Fall, sollten sie dir den Raum halten und auch das nötige Gespür haben, wenn es dir zu viel ist. Gute Ratschläge oder Vergleiche, die dich eher verunsichern, sind fehl am Platz. Jede Mutter, darf ihren eigenen Rhythmus finden mit ihrem Neugeborenen!

Unterstützung aus dem Umfeld

Falls die Hilfe aus deiner Familie oder deinem Freundeskreis nicht ausreichend ist, organisiere dir rechtzeitig Unterstützung aus deinem Umfeld wie z.B. eine Mamahilfe 😉

Nicht nur, weil ich selbst als Mamahilfe unterwegs bin, sondern dass diese Möglichkeit bei Eltern, immer noch relativ unbekannt ist.

Hinzu kommt auch die Tatsache, dass viele Mütter aus den unterschiedlichsten Gründen, keine Hilfe annehmen können oder wollen. Dabei bieten Haushaltshilfen, Mütterpflegerinnen, Mamahilfen, Doulas, Au-pair Mädchen, ehrenamtliche Dorfhelferinnen, Nachbarinnen, aber auch Fahrdienste, Lieferdienste, Hausmeister oder Putzfrauen, wunderbare Entlastung in diesen Bereichen. Zudem gibt es meistens Kontakte zu Eltern von Geschwisterkindern in den Tageseinrichtungen, die unterstützen. Einige Dienste sind natürlich kostenpflichtig und du kannst abwägen, welche Prioritäten du dir selbst in deinem Wochenbett setzt. Es gibt junge Familien, die verwenden ihr Geld lieber in einen guten Dienst, statt für einen Urlaub.

Dein Anspruch auf Haushaltshilfe

Mein Dienst als Mamahilfe Odenwald, ist kostenpflichtig. Er wird unter haushaltsnahe Dienstleistungen abgerechnet und kann bei deiner Steuererklärung berücksichtigt werden. Als Mutter hast du Anspruch auf Haushaltshilfe, wenn du beispielsweise schon während der Schwangerschaft, Komplikationen hast. Und auch nach der Geburt, kommt die Gewährung der Haushaltshilfe nach §24 SGB V solange in Betracht, wie du als Wöchnerin durch die Entbindung bzw. deren Folgen noch geschwächt bist. Als Anhaltspunkt dienen vorerst 6 Tage nach der Geburt. Diese Bescheinigungen stellen dir Hebammen aus.

Geht die Beeinträchtigung über die 6 Tage hinaus, hast du Anspruch auf Haushaltshilfe nach §38 SGB V. Jetzt muss eine Erkrankung vorliegen und ein Arzt die Überlastung/Erkrankung feststellen und eine Haushaltshilfe verordnen. z.B. Beckenbodenschwäche, Mastitis, psychische Belastungen

Dein Anspruch auf Haushaltshilfe gilt in allen Fällen, wenn du selbst und kein im Haushalt lebender Angehöriger den Haushalt führen kann. Sowie mindestens ein Kind unter 12 Jahren oder ein Kind mit Behinderung versorgt werden muss. Hier verlassen sich die Krankenkassen gerne auf die Väter, die oft in den ersten Wochen Urlaub, Kind Krank Tage nehmen oder Überstunden abbauen. So entfällt nämlich der Anspruch. Wenn diese „Vaterzeit“ dann aufgebraucht ist, besteht wieder Anrecht auf Haushaltshilfe, solange eine Erkrankung/ Erschöpfung vorliegt.

Fazit

Jetzt hast du einen groben Überblick, wie du Hilfe und Unterstützung aus deinem nahen und breiten Umfeld ordern kannst. Den wichtigsten Schritt für deine Unterstützer Gemeinschaft, musst du allerdings selbst gehen. – Selbst FRAGEN! Die gleichen Impulse und Ideen, kannst du natürlich weit über dein Wochenbett hinaus nutzen und anwenden. Umso stabiler dein Mama Netzwerk ist und dir Entlastung bringt, wo sie gebraucht wird, umso entspannter kannst du auch herausfordernde Zeiten meistern. Das ist ein großer Schritt, in deine eigene Selbstfürsorge.

Wer schreibt hier?

Als Mamahilfe im Odenwald, unterstütze ich Mamas bei Krankheit & Überlastung im Familienalltag.

Die Mamahilfe ist ein Projekt, von „Mütter für Mütter“.

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